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Great Panther Mining Ltd.: Conference Call

04.11.2019  |  Hannes Huster (Der Goldreport)
Am Donnerstag hielt Great Panther den Conference Call für die Quartalszahlen ab. Sie können diesen über die Webseite der Firma als Aufzeichnung abrufen (Link). Nachfolgend möchte ich meine Eindrücke kurz zusammenfassen.

Das Board hat den CEO entlassen und diesen Punkt relativ kurz abgehandelt. Die Mitglieder des Boards waren der Meinung, dass Bannantine nicht der richtige Mann war, um das gesamte Potential der Projekte freizulegen. So hat man ihn entlassen.

Der Chairman hat übernommen und es wurde auch gleich noch am Donnerstag Neil Hepworth als COO eingestellt. Ein Minen-Ingenieur mit über 30 Jahren Erfahrung und Expertise in Brasilien und Mexiko.

Das Board will den Fokus auf freien Cash-Flow legen und dieses Ziel habe oberste Priorität.

Die Zahlen, so meine Meinung, waren nicht so schlecht, wie der Markt es aufgenommen hat. Das bereinigte EBITDA lag mit über +13 Millionen USD auf einem guten Niveau. Der Markt störte sich am ausgewiesenen Netto-Verlust von 6,13 Millionen USD.

Allerdings sind in diesem Verlust nicht cash-wirksame Wertberichtigungen aus Währungsverlusten in Höhe von 5,9 Millionen USD enthalten. Das heißt man hat die Abwertung des brasilianischen Real zum US-Dollar wertberichtigt und ohne diese "Vorsichtsmaßnahme", hätte die Firma grob eine schwarze Null erwirtschaftet.

Hierzu noch eine kurze Erläuterung. Der USD hat zum brasilianischen Real im 3. Quartal deutlich zugelegt und das Geld, das die Firma auf BRL-Konten hält, wurde entsprechend im USD weniger wert. Somit hat man diese Bestände buchhalterisch abgewertet.

Jedoch ist der Real zum USD seit dem 30.09. wieder gestiegen (von 4,17 auf 3,99) und somit hat man auf dieser Position aktuell wieder Währungsgewinne:

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Dann lagen die Verwaltungskosten noch vergleichsweise hoch. Ein Grund dafür ist u.a., dass man das Büro in Australien noch bezahlen muss, was aber im 1. Quartal 2020 enden wird.

Der Netto-Verlust stellt also aus meiner Sicht nicht wirklich die Lage der Firma dar.

Die Cash-Position lag bei gesunden 27 Millionen USD und dem gegenüber stehen 33 Millionen USD an Krediten. Diese teilen sich wie folgt auf. Rund 15 Millionen USD für eine Kreditlinie bei einer brasilianischen Bank und 18 Millionen USD stehen noch an Verbindlichkeiten für MACA (früherer Contract-Miner) aus. Dieser Kredit läuft jedoch noch bis Juni 2022. Von Kreditseite ist kein Druck zu erkennen. MACA hat alle Wandlungsmöglichkeiten des Kredites genutzt und kann nun keine Schulden mehr in Aktien wandeln.

Viel wurde über den Riss im Urucum South Pit gesprochen. Dort liegen rund 35.000 Unzen Gold, die man in diesem Quartal abbauen wollte. Nun will man einen Teil der Produktion über andere Gruben auffangen. In 2020 war diese Grube nicht im Produktionsplan, erst wieder 2021 und 2022.

Wohlgemerkt sprechen wir hier immer noch von einem Riss in der Grubenwand und keinem Einsturz der Wand. Das Management hat nun eine darauf spezialisierte Firma engagiert, die die Wand mit Bohrungen und Überwachungssystemen prüft. Dieser Prozess wird ca. 4 -5 Monate dauern. Dann wird man wissen, was zu tun ist und was das kosten wird.

Im Minenplan ist für diese Grube sowieso ein Cut-Back vorgesehen und die Untersuchungen werden dann zeigen, ob man diese Vergrößerung der Grube wie geplant durchführen kann oder ob man den Cut-Back ausweiten muss.

Im laufenden Quartal sieht das Management einen positiven Cash-Flow und geht davon aus, dass die Mine profitabel arbeitet.


Fazit und Einschätzung:

Die Aktie kam nach den Quartalszahlen deutlich unter Druck, was die Enttäuschung einiger Aktionäre zeigt. Jedoch erscheint mir diese Bewegung übertrieben.

Was man dem Management ankreiden muss und was vielleicht der größte Fehler seit der Akquisition war, war die sehr aggressive Produktionsprognose für Tucano. Man wollte die Produktion von Quartal zu Quartal um mehr als 20% steigern, was aus meiner Sicht ein Fehler war. Es wäre vernünftiger gewesen, die Produktionssteigerungen langsamer anzugehen und dafür auf einen höheren Cash-Flow zu achten. Im laufenden Quartal will man nun auf Tucano 39.000 - 44.000 Unzen Gold produzieren, nach 36.317 im vorherigen Quartal. Das ist immer noch eine ordentliche Steigerung von über 10%.

Wichtig wird sein, die Kosten zu senken. Die All-In-Kosten müssen nach unten und hier wird das Management auch den Hebel ansetzen. Man will vor allem gutes erfahrenes Personal einstellen, um diese Punkte umzusetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt wird auf die Exploration rund um die Mine gelegt. Bis Jahresende will man rund 7.500 Bohrmeter niederbringen und die Ressourcen- und Reservenbasis weiter ausbauen.

Als bestehender Aktionär ist man ja oft etwas voreingenommen, wenn man sich einem fallenden Kurs gegenüberstehen sieht und sich dann derartige Erläuterungen des Managements anhört.

Ich bin der Meinung, dass die Firma weiterhin auf einem guten Weg ist, die Fehler erkannt hat und es schaffen kann, mit den vorhandenen Minen in Brasilien und Mexiko Geld für die Aktionäre zu erwirtschaften.

Zudem erscheint die finanzielle Situation aktuell okay.

Es gibt natürlich viel zu tun und Tucano war nie eine "leichte Mine". Doch mit dem richtigen Personal und den richtigen Entscheidungen sollte es möglich sein, die All-In-Kosten der Mine auf unter 1.200 USD zu drücken.

Daher werde ich meine Aktien von der Firma behalten.

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© Hannes Huster
Quelle: Auszug aus dem Börsenbrief "Der Goldreport"



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5) haben innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate mit Emittenten, die selbst oder deren Finanzinstrumente Gegenstand der Finanzanalyse sind, eine Vereinbarung über Dienstleistungen im Zusammenhang mit Investmentbanking-Geschäften geschlossen oder Leistung oder Leistungsversprechen aus einer solchen Vereinbarung erhalten.


Hinweis Redaktion: Herr Huster ist Referent der diesjährigen Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse, die am 8. & 9. November 2019 in München stattfindet.
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