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Die Rohstoff-Woche - KW 03: Wie Sie zukünftig auch in einer Rohstoff-Baisse zu den Gewinnern zählen könnten.

16.01.2009  |  Tim Roedel (Rohstoff-Woche)
In der aktuell anhaltenden Rohstoffbaisse fragen sich viel Anleger, wie man denn überhaupt noch Gewinne mit Rohstoffen erzielen kann. Eine Möglichkeit bieten sogenannte Nischen-Rohstoffe.

Kennen Sie Indium? Nein? - Dabei könnten Sie direkt über einem Indium-Vorkommen leben. Zumindest dann, wenn Sie im Erzgebirge um Freiberg und Marienberg oder am Rammelsberg im Harz leben, denn dort befinden sich bekannte Indium-Vorkommen.

Allein im Erzgebirge liegen geschätzte 1.000 Tonnen des seltenen, silberweißen und weichen Schwermetalls. 1.000 von weltweit etwa 20.000 Tonnen an bekannten Indiumlagerstätten. Allerdings sind diese 1.000 Tonnen, die im Herzen des Erzgebirges schlummern zu den etwa 13.000 Tonnen zu zählen, die aktuell nicht wirtschaftlich abbaubar sind. Und das obwohl sich der Weltmarktpreis für Indium während des Rohstoffbooms auf etwa 700 Euro je Kilogramm verzehnfachte.

Im Erzgebirge selbst ist man hingegen optimistisch, dass ein Abbau in nicht allzu ferner Zeit rentabel sein könnte, da pro Jahr mehr als 500 Tonnen Indium verbraucht werden, und das in Schlüsselbereichen wie der Kernkraft (Verwendung in Kontrollstäben von Kernreaktoren), der High-Tech-Branche (in Chips und wiederbeschreibbaren Compact Discs) und in der Flugzeugindustrie (in Kugellagern). Außerdem wird der recht überschaubare Indiummarkt aktuell von China dominiert und mehr oder weniger auch diktiert, da China allein für 60% der weltweiten Indium-Förderung verantwortlich ist.

All diejenigen, die in die Förderung und Verarbeitung von Indium investieren wollen stehen vor dem Problem, dass es weltweit nur eine handvoll Firmen gibt, die sich auf dieses Element spezialisiert haben, wie zum Beispiel die Firma Indium Corporation mit Sitz in Singapur, die Fremat GmbH and Co. KG mit Sitz in Freibrg/Sacn oder Indium Corporation of America mit Sitz in Utica, New York, USA, die aber nicht börslich handelbar sind. Eine Alternative bieten Firmen, die Indium als Nebenprodukt bei der Produktion von Zink oder Blei gewinnen, wie Falconbridge (wurde übernommen von Xstrata), Teck Cominco oder auch Nippon Mining.

Von Indium kommen wir zu Lithium und damit zu unserer neuen Serie über Investmentchancen im Rohstoffbereich im Zuge der neuen grünen Welle.

Alle Welt spricht über die katastrophale Situation der allermeisten großen Autobauer (vor allem der US-amerikanischen), die Gründe, die zu einem derartigen Fiasko geführt haben (neben der immer wieder gern für alles (also aber auch wirklich alles) vorgeschobenen Finanzkrise) und welche Wege es aus dieser Krise geben könnte.

Einen Kritik- aber auch Ansatzpunkt liefern die Bereiche Sprit-Ersparnis und umweltfreundliche Antriebsmethoden, die beide in den letzten Jahrzehnten nahezu überhaupt keine Beachtung fanden. Über mögliche Gründe haben wir bereits mehrfach berichtet und diese sollen jetzt auch nicht mehr das Thema sein.

Lithium, bedeutet griechisch soviel wie “Stein“ und besitzt mit 0,535 g/cm³ die kleinste Dichte der unter Standardbedingungen festen Elemente. Lithium findet vor allem Verwendung in sogenannten Lithium-Batterien oder auch Lithium-Ionen-Akkus, wobei wir beim Thema Elektromotor und damit wieder bei den alternativen Antriebsmotoren wären. Ohne leistungsfähige Batterien ist ein effizienter Elektromotor nicht denkbar und dazu ist Lithium notwendig. Lihium-Ionen-Akkus zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Vergleich zu anderen möglichen elektronischen Energiespeichern wie Nickel-Cadmium- bzw. Nickel-Metallhydrid-Akkus, relativ platz- und gewichtssparend konstruiert werden können (vor allem auf Grund der Eingangs erwähnten niedrigen Dichte).

Lithium besitzt einen Anteil von circa 0,006% an der Erdkruste und kommt damit etwas seltener als Zink, Kupfer oder Wolfram, aber häufiger als Kobalt, Zinn oder Blei in der Erdkruste vor. Dabei kommen Lithiumsalze verbreitet in Salzlaugen, meist Salzseen, vor. Die größten technisch ausbeutbaren Lithiumvorkommen befinden sich in Chile und Argentinien, weitere in den USA, Kanada, Australien, Simbabwe und China.

Der weltgrößte Produzent des Leichtmetalls ist der chilenische Chemie- und Bergbaukonzern SQM (Sociedad Química y Minera). Weitere direkte Investitionsmöglichkeiten in das Zukunftsmetall Lithium bieten auch die US-amerikanische Firma Chemetall Foote Corp. über den Mutterkonzern Rockwood Holdings Inc., FMC Lithium oder auch Explorationsgesellschaften wie beispielsweise Admiralty Resources.

Die russisch-ukrainische Posse um die Lieferung und Durchleitung von russischem Gas durch die Hauptpipeline von Russland in die EU hielt auch in dieser Woche weiter an. Nachdem man sich zunächst auf einen gemeinsamen Vertrag einigen konnte, der durch die Ukraine nach guter alter Wildwest-Manier nachträglich mit Zusatzklauseln versehen und damit wieder ungültig gemacht wurde, “musste“ die Pipeline nach wenigen Stunden wieder geschlossen werden.

Egal wie weit und wie lange dieses Theater noch andauern wird, zeigt es doch eines ganz klar: Europa hängt von außen ab und sollte sich schleunigst an die Arbeit machen diesen Zustand zu beseitigen oder zumindest zu mildern und damit jahrzehntelange Versäumnisse nachzuholen. Allein in Deutschland werden etwa die Hälfte aller Haushalte mit Gas beheizt.

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Es ist nämlich nicht etwa so, dass Europa nicht selbst Gasvorräte hätte. Neben den bereits seit vielen Jahren bekannten Gasfeldern der Nordsee, die bereits von Ländern wie Norwegen, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden ausgebeutet werden, existiert auch in vielen Kohlerevieren so genanntes Coal Bed Methane (CBM), also Gas aus Kohle-Flözen oder Coal Mine Methane (CMM) - also Gasvorkommen, die aus alten Gruben austreten. Vor allem letztgenannte Vorkommen werden heute schon in Frankreich und Italien gefördert - wenn auch in kleinerem Maßstab. Weitere große Gasfelder wurden erst in den letzten Jahren in Ungarn entdeckt. Alles in allem birgt Europa ein großes Potential an Gasreserven, nur an der Umsetzung vieler Projekte hapert es noch.

Eine Alternative zum leidigen Pipeline-Streit liegt in der Verflüssigung von Erdgas. Dabei wird der Rohstoff auf minus 163 Grad abgekühlt und auf Tankschiffe verladen. Bislang war dieser Vorgang sehr teuer und deshalb unrentabel. In den letzten Jahren konnten die Kosten für Schiffe und Anlagen jedoch erheblich gesenkt werden und gleichzeitig ist das Energiepreisniveau gestiegen. Insofern wird Flüssigerdgas in Zukunft eine weitere Option neben Pipeline-Gas bilden. Firmen, die sich bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Gasförderung in Europa beschäftigen, sind neben den etablierten Ölproduzenten wie BP oder Total auch der britische Gasproduzent BG Group oder kleinere Firmen wie European Gas oder Falcon Oil & Gas.

Bei allen angesprochenen Firmen gilt immer die Prämisse sich zunächst selbst zu informieren, bevor ein Investment getätigt wird! Die Rohstoff-Woche gibt grundsätzlich keine Empfehlungen für oder gegen börsennotierte Werte oder andere Investmentprodukte, sondern lediglich einen kleinen Überblick über Marktführer und mögliche andere Produzenten und/oder Explorer des jeweiligen Bereichs bzw. Rohstoffs!

Zu guter letzt noch die Klärung der Frage, warum eigentlich im Moment die beiden Rohöl-Sorten Brent und WTI preislich derart auseinanderdriften. WTI und Brent liefen in der Vergangenheit preislich ziemlich gleich. In dieser Woche zeigten sich Preisunterschiede von bis zu 20%. Eine recht gute Erklärung für dieses nicht ganz einfache Thema liefert folgender Link:

WTI vs. Brent

Die nächste Ausgabe der Rohstoff-Woche finden Abonennten am 23.01.2009 in ihrem Postfach.



© Tim Roedel
Die Rohstoff-Woche






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